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Stammzellen als Wunderwaffe gegen Krankheiten

Die Regenerative Medizin als Bereich der biomedizinischen Forschung hat das Ziel, die Heilungschancen bei schweren und bislang nicht heilbaren Krankheiten wie Krebs, Nervenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder auch Hauttransplantationen zu erhöhen. Durch den Einsatz von Stammzellen und das Züchten von Zell-und Gewebeverbänden sollen Zellen, Gewebe und Organe erneuert werden.

Was sind Stammzellen und warum sind sie so wirkungsvoll?

Stammzellen sind Körperzellen, die noch keine spezielle Funktion haben und somit als „undifferenziert“ bezeichnet werden. Eine Stammzelle ist wie ein unbeschriebenes Blatt, das mit Informationen und Wissen gefüllt werden kann. Je nach Umgebung, hat sie das Potenzial, sich zu jeder Art von Gewebe zu entwickeln. Man unterscheidet zwischen embryonalen und adulten Stammzellen.

Aus ethischen Gründen ist in Deutschland das Arbeiten mit menschlichen embryonalen Stammzellen verboten. In Tierversuchen hat man aber bedeutende Entdeckungen gemacht. Je jünger die Zelle ist, umso größer sind ihre Einsatzmöglichkeiten. Man spricht von Omnipotenz, wenn eine Stammzelle sich in allen Zelltypen zu einem lebensfähigen Organismus entwickeln kann. Ältere Stammzellen haben diese Fähigkeit nicht mehr, sind aber von großer Bedeutung, weil aus ihnen alle Arten von Hautgewebe und Körperzellen entstehen können.

Etwas eingeschränkter in ihrer Eignung zur Spezialisierung und Selbsterneuerung sind adulte Stammzellen, die im Organismus nach der Geburt vorkommen. Die aus Knochenmark, Organen oder Nabelschnur gewonnen Zellen haben vor allem die Funktion, zugrunde gegangenes Gewebe zu ersetzen. Zudem wird durch genetische Reprogrammierung versucht, die Vielseitigkeit von adulten Stammzellen zu erhöhen.

Die Regenerative Medizin überzeugt mit Erfolgen bei unterschiedlichsten Krankheitsbildern. Die aus dem Knochenmark gewonnen blutbildenden Zellen können bei Krebspatienten zu einer Erneuerung des Blutbildes nach der Chemotherapie beitragen. Auch bei Organtransplantationen oder degenerativen Erkrankung wie Morbus Parkinson konnten positive Ergebnisse erzielt werden. Stammzellen haben durch ihre Anpassungsfähigkeit das Potential, sehr viele Leben zu retten und Leid zu verringern.


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